SCHLÖSSL UND SCHLOSSBERG

Schlössl „Franziskaruh“

Franziska Dorothea, Pfalzgräfin der wittelsbachisch-sulzbachischen Linie, war die Mutter des späteren Kurfürsten und Königs Maximilian I. Josef von Bayern. Sie ließ sich 1785 „am Schintlhof in Rosenberg“ eine kleine Residenz errichten. Das Lustschlösschen „Franziskaruhe“, auch „Sommersaletl“ genannt, wurde zum fürstlichen Sommersitz der verwitweten Pfalzgräfin. 1786 erhielt der Garten des Schlösschens ein Wasserwerk, im darauf folgenden Jahr entstand ein Weg auf den Schlossberg. Franziska Dorothea nutzte die Gebäude bis zu ihrem Tod 1794. Danach ging das Schlössl in Privatbesitz über, später erwarb es die Maxhütte, die es Jahrzehnte lang als Werks-Casino nutzte.

Der Schlossberg

Der Schlossberg ist Rosenbergs Wahrzeichen. Auf dem Plateau des Karst-Felsrückens findet sich uraltes Siedlungsgebiet (Hallstadt-/Urnenfelderzeit, 1200 – 450 v. Chr.). Vermutlich um 1100 entstand auf diesem Berg eine Burg, Rosenburg genannt. Der früheste nachweisliche Inhaber von Rosenberg war die Reichsministerialenfamilie der Königsteiner, die auf der Rosenburg wohl ihren ersten befestigten Sitz hatte. Von dieser Familie, deren Wappen die Rose führt, leitet sich auch der Name von Burg und Ort her. Nach dem Tod Ulrichs II. von Königstein 1252/53 erbte dessen Schwiegersohn Walter Schenk von Klingenburg, Spross einer staufischen Ministerialenfamilie, die Besitzungen. Als landesherrliches Pflegamt waren Burg und zugehörige Ländereien in der Folge verschiedenen Adelsfamilien als Lehen zugeteilt. 1410 wandelte sich das Pflegamt zur adeligen Hofmark Rosenberg. Die Burg war in der Folge Sitz der Zenger von Velburg, der Kemnater, der Stiber, Doles und Erlbeck. Um 1520 wird eine Synagoge der jüdischen Gemeinde Sulzbach auf der Rosenberger Burg erwähnt. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts verfiel die Rosenburg. Chronist Johannes Braun beschreibt sie 1648 als „ein alt Gemäuer, eine Wohnung für Eulen und Fledermäuse und anderes Ungeziefer“. Im 20. Jahrhundert war von der Burg nur noch der Stumpf des Burgturms zu sehen. Über seinen Resten ließ die Maxhütte ein „Kriegerdenkmal“ zur Erinnerung an die Toten des Ersten Weltkriegs errichten, das 1929 eingeweiht wurde. Auch an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges wird heute mit dieser Gedenkstätte erinnert.