KULTUR UND TRADITION

Bergknappenkapelle

Gegründet im Jahr 1897 als Kapelle des zehn Jahre zuvor gegründeten Bergknappenvereins, ist die Bergknappenkapelle der Stadt Sulzbach-Rosenberg nunmehr die offizielle Stadtmusikkapelle. Neben ihrem musikalischen Leiter Johannes Mühldorfer engagieren sich hier ca. 30 ehrenamtliche Musiker. Die bei den Auftritten getragene Bergmannsuniform betont die lange Tradition von Erzabbau und Eisenverhüttung in Sulzbach-Rosenberg.

Zu den alljährlichen festen Terminen zählen das Jahreskonzert der Bergknappenkapelle am ersten Donnerstag nach dem Altstadtfest, die Teilnahme an der Barbarafeier des Bergknappenvereins im Dezember und seit 2014 das Raiffeisen-Benefizkonzert in der Sulzbacher Christuskirche zum Frühjahrsanfang.

Das Programm der Kapelle umfasst diverse Musikstile aus sämtlichen Epochen der Blasmusikliteratur. Neben den klassischen Konzertmärschen, Operettenmelodien, Polkas und Walzern wurden insbesondere in den letzten Jahren verstärkt auch Pop- und Rockstücke und Filmmusiken ins Repertoire aufgenommen. Traditionell wird nahezu jedes Konzert mit dem typischen „Glück-Auf-Marsch“, der Hymne der Bergarbeiter, beschlossen.

Stiber-Fähnlein

Die Historische Gruppe Stiber-Fähnlein wurde 1992 auf Veranlassung des Stadtheimatpflegers Karl Grünthaler gegründet. Das Stiber-Fähnlein sollte bei Stadtempfängen zu Repräsentationszwecken die Ehrengarde stellen. Sinnbild war das Wappen der Stadt Sulzbach, sechs weiße Lilien auf rotem Grund. Aus der ursprünglich 6 – 8 Mann starken Gruppe entwickelte sich bald ein reger Verein, in dem sich ganze Familien integrierten.

Dadurch hat sich das Tätigkeitsfeld des Vereins immer mehr erweitert und besteht heute aus weit über 100 Mitgliedern. Der Verein betätigt sich bei der Erhaltung historischer Bauten, der Erforschung der Stadtgeschichte und der Organisation und Durchführung mittelalterlicher Feste. Bei offiziellen Anlässen und Empfängen der Stadt ist das mittelalterliche Stiber Fähnlein nicht mehr wegzudenken.

Knorr-von-Rosenroth-Gesellschaft

Die Knorr-von-Rosenroth-Gesellschaft e.V. nennt sich nach dem Sulzbacher Hofrat und Universalgelehrten Christian Knorr-von-Rosenroth, der von 1668-1689 in Sulzbach lebte. Er übersetzte kabbalistische und naturmagische Schriften und interessierte sich für Alchemie. Er verfasste einen Apokalypse-Kommentar und eine Evangelienharmonie, die in chiliastischen und pietistischen Kreisen großes Interesse weckten.

Seine geistlichen Lieder wurden in Kirchengesangbücher aufgenommen. Er stand mit den berühmtesten Gelehrten seiner Zeit (so unter anderem mit Gottfried Wilhelm Leibniz und Henry More) in Verbindung. Die Gesellschaft wurde 1990 auf Anregung des italienischen Germanisten Prof. Dr. Italo Michele Battafarano gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Erforschung von Knorrs umfangreichem wissenschaftlichen und poetischen Werk und seines ideengeschichtlichen Kontextes, sowie seines Wirkens in Sulzbach zu fördern.